Verlags- und Imprintgruppe R. G. Fischer
R. G. Fischer Verlag

Uwe Schramm


cover
Beitrag entnommen
aus der Jubiläums-Anthologie
ğIm Zaubergarten der WorteĞ
Ausgabe 2019







Frühstimmung und strahlender Sonnentag

Im Osten zeigte sich die Morgenröte und vor dem Sonnenaufgang sah es aus, als würde sich ein schönes Wetter ergeben. Am Firmament schob sich die rote Sonnenscheibe höher und die Hoffnung stieg, einen Sonnentag zu erleben.
Viele Aktivitäten blieben so früh noch verborgen, denn es herrschte eine besondere Stimmung und Ruhe an diesem Frühjahrsmorgen. Inzwischen waren in der Dämmerung auch die Vögel erwacht und sangen mit voller melodiöser Kraft. Die Sonne stieg höher und der Sonnenglanz ließ jegliches Himmelblau erscheinen. Die Sonnenstrahlen stimulierten und regten an zum Tatendrang. Ebenso bekamen die Blumen die Sonnenkraft zu spüren und richteten ihre Blüten zum Sonnenlicht.
Am Mittag erschienen auch ein paar Schönwetterwolken und tatsächlich war es ein richtiges Traumwetter geworden. Erst am Abend endete der wundervolle Tag und in der Dämmerung leuchtete der Horizont mit langwelligen Strahlen in ganz anderen Farben.
In kräftigen orangen und roten Tönen verabschiedete sich fürwahr ein sonniger Frühlingstag.



Gewitterstimmung

Die Sonne am Morgen, schon umgeben von Schleierwolken und vom Osten vermehrten sich tief dunklere Wolken. Vollkommen erloschen war das Sonnenlicht, die Wolken hatten sich mit Feuchtigkeit voll aufgesogen. In der Ferne war es bereits zu hören, es kam näher, das Donnergetöse. Sehr schnell begann die Urgewalt von Wetterkapriolen mit pausenlosen Blitzen, Sturzregen und orkanartigen Stürmen. Doch nach mehreren Minuten hatten sich die Gewitterwolken verzogen. Vorbei war die lähmende Schwüle, die Luft gab sich frisch und rein und erleichterte das Atmen – doch der Regen dauerte bis zum Abend und es dominierte die Melancholie. Erst am nächsten Tag hatte der Wettergott ein Einsehen und meinte, so ein Regenwetter müsse auch nicht weiter sein und befehligte einen strahlenden Sonnenschein.



Nachthimmel

Es herrscht nur ein schummriges Licht, denn die letzten Dämmerungsstrahlen sind erloschen. Am wolkenlosen Himmel erscheint in den Abendstunden ein punktförmiges Licht. Von der Erde, so nah und doch so fern, angestrahlt von der Sonne, leuchtet westlich die Venus als heller Abendstern.
Erst später zeigt sich am Firmament mit den Strahlen des Sonnenlichts ein rundes volles Mondgesicht.
Der Mondschein, ein Symbol für die Romantik, doch viel wichtiger ist der Erdtrabant für die Erde; ein unentbehrlicher Begleiter, wirkt er doch auf die Gezeiten und auf die Erdrotation, denn sonst würde unsere Erde erheblich gleiten und wanken.
Um Mitternacht beginnt eine Sternennacht mit funkelnden verbrennenden Sonnen, denn daraus besteht die eigentliche Sternenpracht. Es ist unfassbar, im Weltenraum existieren davon Milliarden. Allein unsere Galaxie, die Milchstraße, umfasst unzählige Milliarden Sterne und hat einen Durchmesser von etwa hunderttausend Lichtjahren. Von der Erde aus ist dagegen nur ein kleiner Ausschnitt zu betrachten. Jedoch wenn wir in den Himmel schauen, können wir nur voller Bewunderung staunen.
Aus dem Weltenraum erhält die Erde oft in Sekundenschnelle kurz aufleuchtende Boten, auch Meteore genannt, die von den Planeten stammen. Wenn die kleinen Teilchen durch die Atmosphäre sausen, verglühen und verdampfen, wird die Sternschnuppe am Himmel gesehen, denn nach dem Aberglauben bringt sie Glück und Wünsche lassen sich ersehnen.



Eine einmalige Sylvesternacht

Eine völlig andere Sylvesternacht erlebte ich während einer Safari in Tansania in der Kraterlodge oben am Kraterrand des Ngorongoro-Kraters. Doch anstatt lautem Trubel, Fröhlichkeit, Böllern und dem Abzünden von Feuerwerkskörpern zum Jahreswechsel um 12:00 Uhr, erlebte ich eine besondere, friedfertige Stimmung, es herrschte eine absolute Ruhe.
Nur das volle Mondlicht erhellte die unterhalb liegende Kraterlandschaft mit den Fiberakazien und dem einzigartigen afrikanischen Tierlebensraum – ich fühlte mich wahrlich in eine andere Welt versetzt.
Zu dieser sonst so atmosphärischen, friedfertigen Stimmung passte nur nicht ganz, dass zum Abendessen in der Lodge Antilopenfleisch serviert wurde.








Uwe Schramm ist 78 Jahre alt und wohnt in der Krummhörn in Ostfriesland: Zunächst als Orthopädie-Techniker tätig, wechselte er den Beruf und wurde Medizinisch-Technischer Kaufmann für chirurgische Instrumente, Labordiagnostik und Hüft-Endoprothetik im Familienbetrieb. Seit seiner Jugend interessiert er sich für die Tierwelt, speziell Ornithologie, er wurde ehrenamtlicher Umweltschützer und engagiert sich im Naturschutzbund Deutschland und im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.